Studenten unterschiedlicher Herkunft

35 Jahre Erasmus-Programm

Eine neue 2-Euro-Gedenkmünze würdigt ein europäisches Jubiläum. Vor 35 Jahren rief die Europäische Union das Förderprogramm Erasmus ins Leben, durch das vor allem allgemeine sowie berufliche Bildung, Sport und Jugend gefördert werden. Besonders bekannt und beliebt ist das Austauschprogramm von Erasmus,mit dessen Unterstützung bereits Millionen Studierender einen drei- bis zwölfmonatigen Auslandsaufenthalt absolvieren und andere Kulturen des Kontinents kennenlernen konnten. Das Münzmotiv wurde in einer europaweiten, öffentlichen Abstimmung zum Sieger gekürt.

Der Name des Programms ist ein cleveres Akronym: EuRopean Community Action Scheme for the Mobility of University Students (Aktionsplan der Europäischen Gemeinschaft für die Mobilität Universitätsstudierender) und gleichzeitig ein Hinweis auf den niederländischen Philosophen, Philologen und Theologen der Renaissance Desiderius Erasmus von Rotterdam. Dieser gilt heute als großer europäischer Humanist und einer der Wegbereiter der Reformation. Auch für seine rege Reisetätigkeit war der holländische Gelehrte bekannt.

Weltweit größtes Programm für Auslandsaufenthalte

Das groß angelegte Projekt blickt inzwischen auf 35 Jahre kulturellen Austauschs zurück, in denen es unzähligen Menschen eine einmalige Erfahrung fürs Leben ermöglichte. Die Initiative dafür kam von der italienischen Erziehungswissenschaftlerin Sofia Corradi, die seitdem als „Mamma Erasmus“ bekannt ist. Im Jahr 1987 gab der Rat der Europäischen Union den offiziellen Startschuss für das nun weltweit größte Förderprogramm universitärer Auslandsaufenthalte. Es bietet finanzielle Unterstützung für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen und ermöglicht die Anrechnung der in einem anderen Land absolvierten Studienleistung.

Neben den 27 Mitgliedsstaaten der EU nehmen fünf weitere Länder an Erasmus teil: Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und die Türkei. Heute werden auch weitere Programme, die sich nicht nur mit universitären Studien, sondern generell mit lebenslangem Lernen beschäftigen, unter dem Namen Erasmus+ zusammengefasst. Dabei stehen nun zusätzlich berufliche und schulische Weiterbildung, Sport und Jugendarbeit im Mittelpunkt.

Europaweiter Wettbewerb

Um dieses große Erfolgsprojekt anlässlich seines 35-jährigen Jubiläums zu würdigen, wird im Jahr 2022 diese besondere 2-Euro-Gedenkmünze europaweit ausgegeben. Ihr Motiv wurde, ganz im Geiste Europas, durch eine europaweite öffentliche Abstimmung gewählt. Erst legte sich eine Jury bei über 70 Einreichungen auf sechs Motive fest. Darunter war auch der deutsche Entwurf, der im Abschluss den vierten Platz erreichte. Aus der Selektion kürten 72.000 Menschen schließlich das Motiv von Joaquin Jimenez per Online-Wahl zum Sieger. Der Künstler ist Chefgraveur der Monnaie de Paris, der Münzprägeanstalt der Französischen Republik. Von ihm stammt im Übrigen auch das Motiv der 2-Euro-Münze „30 Jahre Mauerfall“ (2019). Sein Motiv zeigt Erasmus von Rotterdam beim Verfassen einer Schrift. Im Hintergrund treffen sich Linien an zahlreichen Knotenpunkten, die an den internationalen, einigenden Charakter des Erasmus-Programms erinnern. Die 2-Euro-Gedenkmünze „Erasmus“ ist die fünfte 2-Euro-Gemeinschaftsausgabe der EU. Alle Münzen erscheinen mit einem einheitlichen Motiv und unterscheiden sich dabei lediglich in Details wie beispielsweise den Ländernamen.