Zeichnung einer Ziege mit ihren 7 Geißlein

"Liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald,
seid auf der Hut vor dem Wolf,
wenn er herein kommt,
so frißt er Euch alle mit Haut und Haar."

Märchenmünze: Der Wolf und die sieben Geißlein

Das Erzählen von wundersamen Geschichten ist eine uralte Tradition, die bis heute nicht an Faszination verloren hat. Diesen Zauber erkannten die Gebrüder Grimm, die eine Vielzahl von Märchen sammelten und zu Papier brachten. Den berühmtesten ihrer Erzählungen widmet die Münze Deutschland eine Serie von 20-Euro-Silbermünzen. Die im Januar 2020 erhältliche Märchenmünze ziert eine Szene aus „Der Wolf und die sieben Geißlein“.

Voller Spannung lauschen Kinder bis heute den berühmten Erzählungen aus Grimm’s Märchen. Die Mischung aus Gruseln, das Mitfiebern mit den Hauptfiguren und die Freude über den stets guten Ausgang der Geschichte sorgen seit Jahrhunderten für den ungebrochenen Erfolg. Diese Eckdaten machen auch das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein aus. So überlistet der Wolf, trotz der Warnung der Mutter, die sieben Geißlein und sorgt für großen Schrecken. Im Nu hat er die Geißlein verschlungen und zieht von dannen. Nicht alle Geißlein, denn das Kleinste versteckte sich in der Standuhr und entkam so dem bösen Wolf. Dies ist der Grundstein für die Wendung des Märchens. Gemeinsam mit der Mutter macht es den vollgefressenen, schlafenden Wolf ausfindig. Schnell wird der Wolf aufgeschnitten, die sechs Geißlein entschwinden dem Bauch des Untiers. Als Ersatz wird dieser mit dicken Steinen gefüllt. „Was rumpelt und pumpelt in meinem Bauch herum? Ich meinte es wären sechs Geislein, so sind‘s lauter Wackerstein“, fragt sich der Wolf und stürzt beim Trinken mit dieser Last in den Brunnen. „Der Wolf ist tot. Der Wolf ist tot“, frohlocken die Geißlein zum Ende des Märchens. Die Spannung löst sich in das wohlige Gefühl auf, dass wieder das Gute siegt.

Das Münzmotiv

Auf der 20-Euro-Silbermünze ist der Moment des Schreckens zu sehen. Die verantwortliche Künstlerin Adelheid Fuss wählte aus historischen Abbildungen eine Vorlage für das Motiv. Diese Illustration stammt aus dem Jahr 1893. Sie zeigt die Szene, in der der Wolf in das Haus stürzt und alle Geißlein voller Entsetzen durcheinanderspringen.

Portrait von Adelheid Fuss

„Die Illustration habe ich im Rahmen meiner Skizzen leicht verändert und für die Form der Münze adaptiert. Am Rand läuft das kleinste Geißlein davon.“

Adelheid Fuss
Stiftsymbol zur Illustration
Kurzbiografie der Motivkünstlerin
Adelheid Fuss

Ihre künstlerische Laufbahn begann die 1977 in Rumänien geborene Adelheid Fuss mit einer Ausbildung zur Holzbildhauerin in Flensburg. 2009 erlangte sie das Bildhauerei-Diplom an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Seitdem sind ihre Kunstwerke jährlich an unterschiedlichen Orten in ganz Deutschland zu finden.

In ihrer Kunst steht der Mensch im Mittelpunkt. Fuss kennzeichnet ihn als rastlos, immer auf der Suche nach einem festen Untergrund.

Die freischaffende Künstlerin ist Mitglied im Brandenburgischen Verband Bildender Künstlerinnen & Künstler e. V. und lebt in Potsdam.